German Chinese (Simplified) English French Russian Spanish

Grenzrate der Substitution (GRS) (marginal rate of substitution MRS)

Die Grenzrate der Substitution ist ein elementarer Begriff aus der Mikroökonomie, genauer aus dem Bereich der Nachfrageentwicklung bei einem bestehenden Marktgleichgewicht. Sie gibt an zu welchem Verhältnis ein Verbraucher bereit ist, eine Einheit von Gut A, zahlbar in Gut B, einzutauschen (wie viele Einheiten von B ist der Verbraucher bereit für eine weitere (marginale) Einheit A zu bezahlen, Stichwort marginale Zahlungsbereitschaft). Dabei bleibt der Gesamtnutzen des Konsumenten unverändert.

Produktionssteuerung

Ein ähnlicher Begriff, der jedoch dasselbe Grundkonzept verfolgt, wird in der Produktionssteuerung verwendet (Grenzrate der Transformation) und gibt dort Austauschverhältnis von Produktionseinsatzfaktoren (z. B. Kapital und Arbeit) an, das zu demselben Output führt.

Mathematische Grundlagen

Mathematisch, drückt die Grenzrate der Substitution die (im Normalfall negative; außer Giffin-Gut) Steigung der Nachfragekurve zwischen zwei Gütern aus. Sie nimmt dabei die Form einer Indifferenzkurve (genauer gesagt die GRS ist die Indifferenzkurve in einem zwei Güter Modell/Graphen) an und kann wie folgt berechnet werden: - Δ x1 / Δ x2 = GRS. Das Ergebnis gibt das Austauschverhältnis zwischen den beiden Gütern wieder. Bei einem Ergebnis von - 15/3 = - 5 wäre der Verbraucher demnach bereit 5 Einheiten von Gut B für eine weitere Einheit von Gut A zu bezahlen.

Die Steigung einer konvexen Indifferenzkurve (Bogenform) ist nicht konstant. Für die GRS bedeutet dies, dass der Verbraucher anfangs einen niedrigen Tauschpreis für eine Einheit A bezahlen muss, der, für jede weitere Einheit von Gut A sukzessiv (zunehmend) teurer wird, bis zu dem Punkt wo der Verbraucher nicht mehr tauschen kann oder möchte. Dieser Vorgang wird als abnehmende Grenzrate der Substitution bezeichnet.

Spezialfälle der GRS

In den folgen Fällen verhält sich die GRS bzw. die Indifferenzkurve anders als im Grundmodell. Diese sind jedoch einfach zu erkennen und anzuwenden.

Vollkommene/perfekte Komplementärgüter

Handelt es sich bei den Gütern um vollkommene Komplementärgüter ist die GRS nicht definiert, da die Indifferenzkurve (die GRS) senkrecht zueinander verlaufen. Das bedeutet, dass ein Austausch der beiden Güter nicht möglich ist, ohne den Output zu verändern.

Vollkommene/perfekte Substitutionsgüter

Die Steigung der Indifferenzkurve ist in dem Fall der vollkommenen Substitutionsgüter immer konstant. Der Verbraucher muss immer dieselbe Menge von Gut B bezahlen um eine weitere Einheit von Gut A einzutauschen. Demnach gibt es in diesem speziellen Fall keine abnehmende Grenzrate der Substitution.

Die GRS ist grundlegend für nahezu alle einführenden Modelle der Mikrookönomie.

wiwischaft®

Wer ist online

Aktuell sind 62 Gäste und keine Mitglieder online

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutz