German Chinese (Simplified) English French Russian Spanish

Eine kurze Einführung in die Spieltheorie (Game Theory)

Viele Unternehmen (Akteure) haben oft mehr als eine mögliche Strategie zur Auswahl, sodass sich mehr als eine Strategiekombination ergibt und infolgedessen mehr als ein mögliches Ergebnis des Spiels.

Um die Ergebnisse in solchen Situation vorhersagen zu können. wird ein Instrument benötigt, welches aus allen möglichen Strategiekombinationen diejenigen ermittelt, welche die Ergebnisse im Gleichgewichtszustand beschreibt. Für diesen Zweck wird die Spieltheorie benötigt.

Zu Beginn der Einführung in die Spieltheorie (Game Theory) werden zunächst die Fachtermini definiert:

  • Strategie (strategy): Der Plan jeder einzelnen Handlung eines Akteurs ist eine Strategie.
  • Strategiekombination (strategy combination): Eine Verkettung von Strategien eines jeden Akteurs bildet eine Strategiekombination.
  • Ergebnis (outcome): Jede Strategiekombination führt zu einem bestimmten Ergebnis des Spiels, welche die Payoffs bzw. die finalen Erträge eines jeden Akteurs beschreibt. Payoffs können in Abhängigkeit der gesetzten Betrachtung variieren und beispielsweise Umsätze, Gewinne, Marktanteile oder Wachstumsraten umfassen.
  • Gleichgewicht (equilibrium): Ein Gleichgewicht ist derjenige Zustand, welcher eintritt, wenn kein Akteur einen Anreiz hat, seine aktuell ausgewählte Strategie zu ändern, wenn vorausgesetzt wird, dass kein anderer Akteur seine jetzige Strategie ändert. In so einem Fall, wird sich die ausgewählte Kombination von Strategien der Akteure nicht verändern, sodass ein Gleichgewicht vorliegt.

Strategische Variablen

In den Wirtschaftsmodellen von unvollkommener Konkurrenz sind die Spieler bzw. Akteure Unternehmen. Die Strategie jedes Unternehmens fokussiert sich dabei entweder auf die strategische Variable Menge oder Preis. Die strategischen Variablen Menge und Preis sind die häufigsten in einführenden Veranstaltungen. In höheren Veranstaltungen werden ebenfalls Variablen wie Werbung, Forschung, Entwicklung und Marktanteile mit in die strategischen Überlegungen einbezogen.

Die Regeln bestimmen Möglichkeiten von Strategien und Ergebnissen

Jedes Spiel wird von spezifischen Regeln charakterisiert, die festlegen, wie das Spiel gespielt wird. Im bekannten Spiel "Stein, Schere, Papier", bestimmen die Regeln einerseits die jeweiligen Strategiemöglichkeiten (Stein, Schere oder Papier) der Spieler und andererseits die möglichen Ergebnisse für jede strategische Kombination (z. B. Spieler 1 Stein und Spieler 2 Schere).

Simultane und sequentielle Spiele

Im Stein-Schere-Papier-Beispiel geben die Regeln außerdem vor, dass es sich um ein simultanes Spiel handelt, weil die Spieler ihre Strategie gleichzeitig wählen müssen. Demgegenüber gibt es die sequentiellen Spiele, bei welchen die Spieler ihre Strategie abwechselnd festlegen. Solche Spiele sind beispielsweise Kartenspiele wie Poker. Bei sequentiellen Spielen wählen die Spieler ihre Strategien nacheinander, wobei Strategieentscheidungen später nicht mehr geändert werden können.

Informationsstrukturen

Des Weiteren beeinflussen die Spielregeln die Informationsstruktur des Spiels. In Spielen wie beispielsweise 4-Gewinnt, Mühle oder Tic-Tac-Toe sind alle relevanten Informationen öffentlich, d. h. für jeden ersichtlich. Kein Spieler kann den anderen Spielern entscheidende Informationen vorenthalten, d. h. es besteht keine Form von Insiderwissen. Andererseits gibt es Spielformen, bei denen mit einer anderen Informationsstruktur. In diesen Spielen besitzt jeder Akteur private Informationen, auf welche die übrigen Akteure keinen Zugriff haben. In solchen Fällen ergeben sich deutlich komplexe Spielformen und Entscheidungsmöglichkeiten wie Signalisieren (signalling), Täuschung (bluffing), und andere Strategien, welche die asymmerische Informationsverteilung auszunutzen versuchen.

Ein zentraler Aspekt der Spieltheorie ist, dass die Regeln ein Spiel maßgeblich beeinflussen. Sowohl in virtuellen Spielszenarien, wie auch in echten Unternehmenssituationen. Ebensolchen Einfluss hat die Zielrichtung der Strategiewahl in Preis, Menge, Marktanteil etc.

Doch unabhängig von den Spielregeln, müssen rational agierende Akteure immer die möglichen Strategien und Reaktionen der Mitspieler berücksichtigen und dementsprechend ihre eigene Strategie treffen.

Nash-Gleichgewicht (Nash equilibrium)

Wenn alle Unternehmen ihre gewinnmaximierenden Strategien in Abhängigkeit der antizipierten Handlungen der Konkurrenten treffen, dann werden sogenannte Nash-Gleichgewichte (Nash equilibrium) erreicht, welche nach dem Nobelpreisträger John Nash (1994) benannt werden. Je nach Spiel können mehrere Nash-Gleichgewichte existieren, wobei deren Anzahl immer ungerade ist.

wiwischaft®

Wer ist online

Aktuell sind 123 Gäste und keine Mitglieder online

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutz