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Theorien der Corporate Governance

Klassisches mikroökonomisches Marktmodell

Im klassischen mikroökonomischen Marktmodell wird ein Unternehmen als black box betrachtet. Der Preis ist der einzig wirkende Mechanismus über welchen Marktgleichgewichte und somit optimale Ressourcenallokationen hergestellt werden.

In diesem Modell wird keine Corporate Governance benötigt. Um es jedoch realistischer zu gestalten, ist es notwendig, das klassische mikroökonomische Marktmodell durch weitere Komponenten – wie beispielsweise Anreizsysteme, Informationssysteme oder staatliche Regulierungen – zu erweitern.

Prinzipal-Agenten-Theorie (Agency Theory) 

Die wichtigste Erweiterung des Standardmodells ist die Prinzipal-Agenten-Theorie (Agency Theory), mit welcher zentral die Beziehung zwischen einem Prinzipal (Auftraggeber) und einem Agenten (Auftragnehmer) analysiert und gestaltet wird. Prinzipal-Agenten-Beziehungen brechen das Unternehmen als „black box“ auf und betrachten die internen Beziehungen der dort tätigen Personen.

Annahmen

  • Divergierende Nutzenfunktionen von Prinzipal und Agent
  • Die Akteure handeln rational, egoistisch und opportunistisch
  • Die Akteure sind risikoavers (Risikomeidung Streben nach Nutzenmaximierung)
  • Der Agent verfügt über mehr Informationen als der Prinzipal (Informationsasymmetrie)
  • Über den Ausgang der Zukunft besteht Unsicherheit bzw. Risiko

Asymmetrische Informationsbeziehungen zwischen Prinzipal und Agent

  • Der Agent erhält vom Prinzipal eingeschränkte oder uneingeschränkte Handlungsbefugnisse
  • Der Agent kann die Qualität seiner Handlungen besser einschätzen und hat diesbezüglich deutlich mehr Informationen als der Prinzipal

Ökonomische Folgen

  • Der Agent unterliegt dem Problem des „Moral Hazard“, d. h. er kann seine Interessen, die im Konflikt zu den Interessen des Prinzipals stehen können, umsetzen. (Beispiel: Am Computer im Internet zu surfen, statt Briefe zu schreiben)
  • Durch Anreiz- und Kontrollmechanismen muss versucht werden sicherzustellen, dass der Agent die Interessen des Prinzipals verfolgt. Diese Anreiz- und Kontrollmechanismen verursachen jedoch Kosten. (Beispiele: Boni, Überprüfungen, Kontrolleure, Gesetze, ethische Regeln, Informationsbereitstellung)
  • Ökonomisches Fazit: Minderung der Gesamtwohlfahrt

Arten von Prinzipal-Agenten-Beziehungen

  • Typ 1: Unternehmenseigentümer und Unternehmensleitung (Aktionäre und Management)
  • Typ 2: Mehrheitseigentümer und Minderheitseigentümer
  • Typ 3 (=Corporate Social Responsibility): Shareholder und Stakeholder

Informationsprobleme in der Prinzipal-Agenten-Beziehung

Corporate Governance - Adverse Selection und Moral Hazard

 

Ergänzungen und Probleme der Prinzipal-Agenten-Theorie

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