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Eigenkapital - Gliederung nach HGB § 266 und Begriffserklärungen

Das Eigenkapital ist definiert als die Summe der Vermögenswerte eines Unternehmens nach Abzug seiner Schulden. Folglich also der Anteil des Unternehmens, der seinen Eigentümern gehört und als Haftungsmasse angesetzt werden kann.

Nach § 266 HGB wird das Eigenkapital folgend untergliedert:

A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital;
II. Kapitalrücklage;
III. Gewinnrücklage;
 1. Gesetzliche Rücklage;
 2. Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen;
 3. Satzungsmäßige Rücklagen;
 4. Andere Gewinnrücklagen;
IV. Gewinn-/ Verlustvortrag;
V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag.

Die oben aufgeführte Gliederung ist nicht für jedes Unternehmen verbindlich anzuwenden, da - je nach Unternehmensrechtsform - der Bilanzaufbau zwischen verschiedenen Unternehmen variiert.

Regelungen (Gezeichnetes Kapital bis einschließlich Gewinnrücklage) aus dem HGB § 272

Gezeichnetes Kapital wird nur von Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, AG) ausgewiesen und umfasst die eingezahlten Einlagen der Gesellschafter (offene Forderungen auf Einlagen sind gesondert auszuweisen). Diese werden zum Nennwert angesetzt.

In der Kapitalrücklage wird der Unterschiedsbetrag vom Nominalwert zum Nennwert (Verbuchung des Agio auf der Passivseite) gebucht; Zudem werden hier auch andere Zahlungen, welche Gesellschafter über ihre Einlage hinaus in das Eigenkapital tätigen, eingetragen. Hier werden auch die Beträge von Schuldverschreibungen bei Wandlungs- und Optionsrechten verbucht.

In der Gewinnrücklage dürfen nur Gewinne angesetzt werden (aus aktueller oder früheren Perioden). Die Höhe der Rücklage ergibt sich aus - oft branchenspezifischen - Rücklagen, die entweder gesetzlich, im Gesellschaftsvertrag oder in der Satzung festgehalten sind. Auch auf Anteile an Unternehmen, die beherrscht werden (tatsächlich oder faktisch), muss für den Zeitraum der Beherrschung eine Rücklage gebildet werden.

Der Posten Gewinn-/Verlustvortrag umfasst Bilanzgewinne/-verluste, welche im Laufe der Gewinnverwendung nicht ausgeschüttet oder verwendet, sondern in das folgende Geschäftsjahr übertragen (vorgetragen) werden. Dementsprechend wird ein Jahresfehlbetrag im nächsten Geschäftsjahr automatisch ein Verlustvortrag. Die Position wird im nächsten Jahr als gesonderter Posten ausgewiesen und mit dem dann anfallenden Gewinn/Verlust verrechnet.

Der Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag ist der buchhalterische Gewinn bzw. Verlust eines Unternehmens am Ende des Geschäftsjahres. Er kann vor oder nach Steuern bzw. Zinsen (EBT, EBIT) angegeben werden.

Wichtig und äußerst praxisrelevant ist die Unterscheidung des Jahresergebnisses (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag) nach HGB und AO (Abgabenordnung). Dementsprechend unterschieden sind die Jahresbilanz nach HGB und die Steuerbilanz nach AO etc. pp.

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