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Kostenbegriffe

Unter Kosten ist der ordentliche, betrieblich bedingte, bewertete Verzehr von Gütern und Dienstleistungen einer Periode zu verstehen.

Vorgänge die nicht zum üblichen Betriebsgeschehen zählen, da sie außerordentlich (z. B. Brand oder unerwarteter Ausfall einer Maschine), betriebsfremd (nicht zum Kerngeschäft gehörig, z. B. Spekulationsverluste am Kapitalmarkt für produzierende Unternehmen) oder periodenfremd sind, werden als (außerordentlicher) Aufwand, aber nicht als Kosten erfasst.

In der Kostenrechnung wird zwischen drei wesentlichen Kostenbegriffen unterschieden:
Dem pagatorischen, wertorientierten und leistungsorientierten Kostenbegriff.

Pagatorischer Kostenbegriff

Pagatorische Kosten sind die Kosten, welche an leistungsbezogene Auszahlungen bemessen werden, deren Eintritt somit sicher ist. Güter und Rohstoffe werden hierbei grundsätzlich mit ihren Anschaffungskosten (ihrem Marktpreis) bewertet. Alle Arten der Zusatzkosten, folglich Kosten, die keiner Auszahlung gegenüberstehen - dazu zählen Abschreibungen, sowie sämtliche Varianten der kalkulatorischen Kosten, wie Opportunitätskosten und Fehlmengenkosten - werden bei den pagatorischen Kosten nicht berücksichtigt.

Durch ihren starken Bezug auf den Marktpreis, der in der Regel starken Schwankungen unterliegt und der Vernachlässigung der kalkulatorischen Kosten, sind die pagatorischen Kosten, in der Regel, nahe der Wertuntergrenze der Kostenhöhe.

Sie sollten daher nicht die einzige Basis über Investitionsentscheidungen darstellen.

Wertorientierter Kostenbegriff

Der wertorientierte Kostenbegriff entspricht demjenigen, der in der Kostenrechnung grundsätzlich verwendet wird (Def. s. o.). Der wertorientierte Kostenbegriff umfasst - im Gegensatz zu dem pagatorischen Kostenbegriff - Grund und Zusatzkosten, spiegelt die tatsächliche Höhe der Kosten besser wieder (tatsächlich ist in diesem Zusammenhang vorsichtig zu verwenden, da der Ansatz und die Bewertung von Kosten grundsätzlich unternehmensinternen Regularien unterliegt).

Der Wertansatz bei dem wertorientierten Kostenbegriff ist abhängig vom verfolgten Zweck der Kostenaufstellung, größtenteils wird jedoch der Wiederbeschaffungswert (WBW) verwendet.

Leistungsorientierter Kostenbegriff

Dieser Kostenbegriff wurde von Paul Riebel entwickelt und beschäftigt sich mit der Bewertung eines Investitionsobjektes. Hierbei werden die Kosten berücksichtigt, welche durch das Investitionsobjekt zusätzlich anfallen, nicht kompensiert werden können und diesem eindeutig zurechenbar sind (Kosten die unabhängig von dem Objekt anfallen, dürfen demnach nicht angesetzt werden).

Die leistungsorientierten Kosten werden nur bei einer fallweisen Prüfung einer Investitionsentscheidung angewendet und sind für die Bewertung des laufenden Betriebs nicht geeignet.

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