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Übungsaufgaben zu latenten Steuern Teil 1

Übungsaufgaben zu latenten Steuern Teil 1

Aufgabe 1:

  1. Erklären sie das Maßgeblickeitsprinzip der Handels- für die Steuerbilanz.

  2. In welchen Fällen dürfen keine latente Steuern angesetzt werden?

  3. In welchen Fällen werden passive latente Steuern bilanziert?

  4. Welche Besonderheit gilt bei aktiven latenten Steuern?

Lösung Aufgabe 1

  1. Nach  $ 5 (1) EStG gilt der Grundsatz der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz. Aufgrund von unterschiedlichen Bewertungsansätzen durch bestimmte Aktivierungswahlrechte und –Pflichten nach HGB und konkreten Ansatzverboten im Steuerrecht, gilt die Maßgeblichkeit nur eingeschränkt, da die Abschlüsse nach HGB und Steuerrecht nicht identisch sind. So entspricht die fiktive Ertragssteuerschuld des Unternehmens (Jahresüberschuss * Steuersatz) nicht der effektiven Ertragssteuerschuld, die sich aus der steuerlichen Gewinnermittlung ergäben würde.

 

Um die effektive Steuerschuld dem ausgewiesenen Ergebnis nach Handelsrecht anzupassen, werden nun latente Steuern bilanziert.

 

  1. Durch latente Steuern sollen zukünftige Steuerentlastungen und –Belastungen abgebildet werden, die sich durch unterschiedliche zeitliche Erfassung von Geschäftsvorfällen in Handels- und Steuerbilanz ergeben. Relevant sind demnach alle Unterschiede zwischen dem unterschiedlichen Ansatz von Vermögensgegenständen, die sich in späteren Perioden auflösen (HGB  § 274).

 

Diese Differenzen (zwischen Handels- und Steuerbilanz) werden dabei in drei verschiedene Gruppen unterteilt:

 

  1. Zeitliche Differenzen

 

  1. Quasi – permanente Differenzen

 

  1. Permanente Differenzen

 

Zeitliche Differenzen gleichen sich automatisch im Zeitverlauf aus (beispielsweise durch unterschiedliche Abschreibung eines Vermögensgegenstandes oder seinen Verkauf).

Quasi – permanente Differenzen sind zeitlich von unbestimmter Dauer, aber gleichen sich aufgrund von zukünftigen Entscheidungen, wie etwa Unternehmensauflösung, wieder aus.

Diese beiden Gruppen werden als temporäre Differenzen bezeichnet und erlauben den Ansatz von latenten Steuern.

Permanente Differenzen sind, wie der Name schon sagt, dauerhaft und werden sich daher nie ausgleichen. Nach § 274 HGB besteht ein Ansatzverbot für latente Steuern bei permanenten Differenzen.

  1. Grundsätzlich gilt, dass wenn ein Vermögensgegenstand nach HGB Abschluss höher bewertet wird als in der Steuerbilanz (dies schließt demnach auch die Möglichkeit ein, dass ein Ansatzverbot nach Steuerrecht besteht), bzw. eine Schuld oder Verbindlichkeit nach HGB niedriger bewertet oder nicht angesetzt wird, im Vergleich zum Steuerrecht, sind passive latente Steuern zu bilanzieren. Es besteht eine Passivierungspflicht für passive latente Steuern.

(Ansatz Vermögensgegenstand HGB > Ansatz Vermögensgegenstand Steuerrecht = passive latente Steuern)

(Ansatz Verbindlichkeit HGB < Ansatz Verbindlichkeit Steuerrecht = passive latente Steuern)

 

In den jeweils umgekehrten Fällen können aktive latente Steuern bilanziert werden.

 

  1. Es besteht ein Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern (für den Anteil die die verpflichtend anzusetzenden passiven latenten Steuern übersteigen) nach HGB § 274.

 

Für diesen Betrag gilt eine Ausschüttungssperre (§ 268 (8) HGB) im Jahresüberschuss. Die Beträge der latenten Steuern sind mit dem Steuersatz des jeweiligen Unternehmens zu bewerten und dürfen nicht diskontiert (abgezinst) werden (§ 274 (2) HGB).

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