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Übung zur Bewertung von Vorräten (Jahresabschluss) Teil 1

Übung zur Bewertung von Vorräten (Jahresabschluss) Teil 1

Aufgabe 1

 a)  Erläutern Sie das strenge Niederstwertprinzip das bei der Bewertung von Vorräten angewandt wird.

 b) Grenzen sie die unterschiedlichen Bewertungsansätze nach HGB und Steuerrecht voneinander ab

Lösung Aufgabe 1 a)

Zugangs und Folgebewertung u. a. von Vorräten sind im HGB $ 253 (4) und (5) geregelt. Dort heißt es dass bei Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens (also Vorräte) Abschreibungen vorzunehmen sind und diese mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der sich aus einem Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag ergibt. Bestehen die Gründe für eine Abschreibung nicht mehr, muss die Wertminderung rückgängig gemacht werden.

Das bedeutet es besteht sowohl bei nur vorübergehender wie auch bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, ein Abschreibungsgebot nach HGB besteht. Dauerhafte Wertminderung ist jeweils Anlass bezogen während vorübergehende Wertminderung im Vergleich zu Marktwerten des Abschlussstichtages festgestellt wird. Wenn die Gründe der Wertminderung nicht mehr bestehen, gibt es ein Wertaufholungsgebot bis maximal zum vorherigen Buchwert.

(Vorräte und sonstige Posten des Umlaufsvermögen werden nach HGB nur in Ausnahmefällen zum Fair Value, auch über den Buchwert hinaus, geführt. Dies ist z.B. bei Unternehmensveräußerung der Fall.)

b) Wie in a) beschrieben besteht bei Wertverlust ein Abschreibungsgebot und anschließend ein Wertaufholungsgebot unabhängig davon ob die Wertminderung vorübergehend oder dauerhaft ist. Im Steuerrecht gibt es dabei einen entscheidenden Unterschied. Während voraussichtlich dauerhafte Wertminderung im Steuerrecht gleich behandelt wird (laut Gesetz besteht ein Abschreibungswahlrecht, das aber aufgrund des Maßgeblichkeitsprinzips aber einem Abschreibungsgebot gleich kommt), ist Wertminderung von Vorräten bei vorübergehender Wertminderung im Steuerrecht verboten. Durch den unterschiedlichen Ansatz in Handelsrecht und Steuerrecht müssen in diesem Fall also latente Steuern bilanziert werden.

Aufgabe 2

In einem Lager eines produzierenden Unternehmen befindet sich am Anfang des Jahres Vorräte im Wert von 1.000 €. Bis zum Ende des Jahres finden folgende Veränderungen des Lagerbestandes statt.

Anfangsbestand    am 01.01     250 Stück zu je 4,00 €

Einkauf                  am 30.04    50 Stück zu je 4.50 €

Entnahme              am 01.05    100 Stück

Einkauf                  am 15.10    150 Stück zu je 4.30 €

Entnahme              am 01.11    100 Stück

Am Bilanzstichtag (31.12) beträgt der Tageswert pro Stück 4,30 € pro Stück.

Bewerten sie den Endbestand am Bilanzstichtag nach folgenden Verfahren:

  1. FIFO ( First in – First Out – Verfahren)

  2. Gleitende Durchschnittswertmethode

Findet jeweils eine außerplanmäßige Abschreibung statt?

Lösung 2

a) Wie der Name schon sagt werden beim FIFO - Verfahren die Vorräte zuerst verbraucht die zuerst ins Lager eingegangen sind. Daher werden 200 Stück vom Anfangsbestand zu je 4,00 € verbraucht. Nun muss lediglich eine Auflistung der Vorräte zu den jeweiligen Preisen stattfinden.

Endbestand =    50 Stück zu je 4,00 €    =    200 €

                            50 Stück zu je 4.50 €    =    225 €

                          150 Stück zu je 4,25 €    =    645 €   

Buchwert = 1.070 € (Durchschnittswert = 4,28 je Stück)

Der Buchwert wird nun mit dem Tageswert verglichen

250 zu je 4,30 € = 1075 € Tageswert

Buchwert ist geringer als der der Tageswert keine außerplanmäßige Abschreibung ( keine Zuschreibung möglich)

b) Bei der gleitenden Durchschnittswertmethode wird nach jedem Einkauf ein neuer Durchschnittspreis berechnet zu dem dann die Lagerentnahmen durchgeführt werden. Der Tageswert ist natürlich derselbe wie bei a) (der Endbestand ändert sich nicht).

Anfangsbestand     = 250 Stück zu je 4,00 €  =    1.000 €

Zugang                    =  50 Stück zu je 4,50 €    =      225 €

                                                         300          =   1.225 €

            Durchschnittspreis 4.08 € (1.225:300 gerundet)

Abgang            100 Stück zu je 4,08 €    =    - 408 €

Zugang            150 Stück zu je 4,30 €    =      645 €

                                                350         =    1462 €

            Durchschnittspreis 4,18 €

Abgang            100 Stück zu je 4,18 €    =    - 418 €

                                                250         =    1044 €

Buchwert = 1044 € ist geringer als der Tageswert (1.075 €) somit findet keine außerplanmäßige Abschreibung statt.

Sollte Tageswert sich unter dem Buchwert befinden dann ist auf diesen Wert abzuschreiben.

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