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Notwendige Vorüberlegungen zur Wahl der Rechtsform eines Unternehmens

Die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens ist im besten Fall eine Entscheidungen vor Unternehmensgründung, welche langfristig auf

  • Haftungsverhältnisse,
  • Rechnungslegungsvorschriften und Publizitätspflichten,
  • Kapitalbedarfe,
  • Befugnisse,
  • Gewinnverteilung und Verlustbeteiligung,
  • Fungibilität von Unternehmensanteilen,
  • Finanzierungsmöglichkeiten und
  • insbesondere steuerliche Auswirkungen

Einfluss nimmt und bestimmt.

  1. Haftungsverhältnisse: Wer haftet für die Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens, insbesondere im Falle einer Insolvenz? Das Unternehmen als juristische Person selbst oder dessen Eigentümer oder Geschäftsführer? Spielen Rechtsverletzungen der Geschäftsführung eine Rolle und inwiefern? Diese Fragestellungen sind insbesondere bei "drohender Insolvenz" des Unternehmens von besonderem Belangen.

  2. Rechnungslegungsvorschriften und Publizitätspflichten: Ist eine doppelte Buchführung nach HGB verpflichtend oder reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) aus? Welche Fristen gelten für die Erstellung und Festsetzung von Jahresabschlüssen? Sind die Berichte über Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens im Bundesanzeiger zu veröffentlichen? Ergäbe sich ein strategischer Wettbewerbsvorteil, falls eine Publizierung unterlassen werden könnte?

  3. Kapitalbedarfe: Wird bei Unternehmensgründung eine Mindestkapitalsumme als Stammeinlage fällig? Ist eine Kapitalgesellschaft mit einem Mindestkapital von einem Euro eventuell zweckdienlicher? Wie hoch sind die Rechtsanwalts- und Notargebühren zur Unternehmensgründung in Abhängigkeit der Höhe des Stammkapitals? Welche weiteren (gesetzlichen) Gründungskosten fallen je nach Rechtsform an?

  4. Befugnisse: Wer ist zur Geschäftsführung des Unternehmens berechtigt bzw. wer darf im Namen des Unternehmens rechtsgültige Verträge abschließen? Gesellschafter, Eigentümer, Nicht-Gesellschafter, Geschäftsführer, Prokuristen? Welche Weisungsmöglichkeiten bestehen für die Eigentümer des Unternehmens in Bezug zur Geschäftsführung? Welche Kontrollinstrumente stehen ihnen dabei zur Verfügung?

  5. Gewinnverteilung und Verlustbeteiligung: Wem stehen die Gewinne des Unternehmens zu? Wer trägt eventuelle Verluste? Bestehen gesetzliche Vorschriften zur Gewinnverwendung, wie beispielsweise die Bildung von Rücklagen oder Ausschüttungsgrenzen?

  6. Fungibilität von Unternehmensanteilen: Sind Unternehmensanteile handelbar, sodass Unternehmenseigentümer ihre Beteiligungen liquidieren können? Welche Melde- und Anzeigepflichten bestehen dabei?

  7. Finanzierungsmöglichkeiten: Welche Möglichkeiten der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung stehen zur Verfügung? Besteht ein Zugang zum Kapitalmarkt? Wie schnell und mit welchem Aufwand können neue Finanzmittel akquiriert werden? Wie bewerten potentielle Investoren die Unternehmensform in Bezug auf Haftung und Sicherheiten?

  8. Steuerliche Auswirkungen: Welche Steuerarten sind für die jeweiligen Rechtsformen des Unternehmens relevant und wie hoch sind die unterschiedlichen Steuersätze? Ist die (maßgebliche) Einkommensteuer bei Personengesellschaften genauso hoch wie die Körperschaftsteuer bei Kapitalgesellschaften? Welche sonstigen Aufwendungen dürfen steuerlich gewertet werden?

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